Installation

Wie vom Hersteller beschrieben, müssen an jedem Heizkörper Steuergeräte angebracht werden. Im Falle des ersten Testobjektes mit 798 m² und 14 Wohnungen wurde eine Optimierungszeit von 3 Arbeitstagen benötigt. An diesen Tagen muss der Mieter ganztägig den Installateuren Zugang zur Wohnung verschaffen. In der Regel jedoch benötigt myWarm nur einmal zu Beginn und zum Abschluss der Maßnahme Zutritt zu den Wohnungen. Das klappt am besten, in dem ein Hausmeister oder ein vertrauensvoller Nachbar den Wohnungsschlüssel von anderen Mietern übernimmt. Weiterhin sollten diese Termine rechtzeitig angekündigt werden.

 

Erreichte Verbrauchsreduzierung und Rentabilität

Die bei unserem ersten Testobjekt erzielte Verbrauchsreduzierung liegt mit 10,4% unter den vom Dienstleister ausgegebenen 20% (im Durchschnitt). Betrachtet man die jährliche Heizkostenreduzierung von 920 € und stellt diese den Investitionskosten von 6.490 € (brutto u. inkl. Förderung) gegenüber, erhält man eine akzeptable Rendite von 14,2%. Oder anders formuliert: innerhalb von sieben Jahren amortisieren sich die Investitionskosten für die Maßnahme.

Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, folgen weitere Testobjekte, an denen der hydraulische Abgleich durchgeführt und analysiert wird.
Die Messergebnisse in einem zweiten Testobjekt haben ernüchternde Erkenntnisse erbracht. Zwar wurde hier die Wärmeverteilung in einem Mehrfamilienhaus wieder von Grund auf optimiert. Jedoch wurde dabei keine Verbrauchsreduzierung (-1,1%) erzielt. Eine konkrete Erklärung für die fehlende Einsparung steht von Seiten des Dienstleisters noch aus.
Es lässt sich vermuten, dass in Teilen des Heizsystems zuvor eine akute Unterversorgung bestand, die durch den hydr. Abgleich korrigiert wurde und somit zu einer erhöhten Wärmeabnahme geführt hat.

Ähnliche Erkenntnisse können aus zwei Testobjekten der Berliner Energiemanagement GmbH zum hydr. Abgleich gewonnen werden.
Durch den Vorher-/Nachher-Vergleich konnten hier in einem Objekt 6% Verbrauchsreduzierung verbucht werden. In dem anderen Objekt wurden wiederum keine Verbrauchsreduzierung (-2%) gemessen. MyWarm erklärt die geringe Verbrauchsreduzierung damit, dass das Gebäude aufgrund fehlerhafter Pumpensteuerung und einer großen Anzahl defekter Strangregulierungsventile zur Hälfte unterversorgt war.
Folglich ist anzunehmen, dass die zu erwartende Verbrauchsminderung durch den hydr. Abgleich aufgrund der vorherigen, enormen Unterversorgung des Heizsystems nicht gemessen werden kann, da sich die Effekte der Verbrauchsminderung und der neugewonnen Wärmeversorgung (zuvor unterversorgten Räumen) ausgleichen. Im Rahmen dieser Messreihe wurden keine Raumtemperaturdaten gesammelt werden.

Aufgrund mehrerer Faktoren, die in der Praxis unvermeidbar sind, liegen uns bisher lediglich diese vier Ergebnisse von Objekten vor, in denen ausschließlich der hydr. Abgleich durchgeführt und somit separat betrachtet werden kann. Die hohen Erwartungen an eine Verbrauchsreduzierung von ca. 20% durch den präzisen hydr. Abgleich können bisher nicht befriedigt werden.

 

Nutzen für den Mieter

Unabhängig davon ist der hydr. Abgleich von myWarm ein Gewinn für jeden Mieter. Zusätzlich zu einem optimal abgeglichenen Heizsystem, das eine zuverlässige Wärmeverteilung garantiert, können durch die mögliche Verbrauchsminderung die Heizkosten der Mieter reduziert werden. Mit einer Umlage der Investitionskosten auf den Mieter ist in der Regel nicht zu rechnen, da es sich um eine Art Instandsetzung handelt.
Gleichwohl stellt eine hydraulisch abgeglichene Heizanlage eine Wertsteigerung für das Gebäude dar. Sehr hilfreich dafür ist die vollständige Dokumentation über das Heizsystem, die von myWarm abschließend geliefert wird. Für den Immobilienbesitzer ergibt sich folglich eine langfristige Wertsteigerung des Gebäudes.